Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

Am Tage des Herrn gönnten wir uns ein klein wenig Ausschlafen, sodass wir uns schließlich am Vormittag ausgeruht und gutgelaunt auf den Weg zum Campinggelände machten. Dort trafen wir uns mit einigen Freunden, Eindrücke der vergangenen Tage wurden aus- und Nahrungsmittel eingetauscht, und gemeinsam begab man sich dann später am Tag in Richtung Stadtpark, um gegen 15 Uhr den Auftritt von Schallfaktor auf der Parkbühne zu sehen.
Die deutsch-kroatische Band spielte sechs Stücke, von denen die Hälfte noch brandneu waren, unter anderem das in kroatischer Sprache verfasste „Mir“ – dem Publikum gefiel’s, und somit kann man Schallfaktor nur alles Gute für den weiteren Weg nach oben wünschen.
Auch die nun folgende Show von Din[A]Tod war auf der Parkbühne beheimatet. Mit nur fünf Stücken fiel der Auftritt zwar etwas kurz aus, machte aber viel Spaß. Sängerin Claudia (deren knallrote Haare für einen energischen Farbtupfer sorgten), Sven und Phelix boten feinen Elektro dar.
Die Jungs von Menticid – einer noch recht jungen, aber durchaus vielversprechenden Formation – durften dann schon deutlich länger spielen und heizten den Fans mit insgesamt dreizehn Stücken ein. Die Titel sprechen eigentlich schon für sich, was die Beschreibung des Musikstils anbelangt: „Painkiller“, „Stahlwerk“, oder etwa „Nailbomb“- hier gab’s härtere Elektro-Kost für die schwarzen Ohren.
Oz Morsley ist dem ein oder anderen sicherlich bereits durch seine Band Empirion ein Begriff. Zusammen mit Douglas McCarthy (Nitzer Ebb, Fixmer/McCarthy) und Greg Cumbers ist er nun mit einem weiteren Projekt am Start: Kloq. Musikalisch passte man perfekt in die Reihe der anderen Künstler dieses Tages, der ja nun ganz im Zeichen des Elektro stand. Eindeutig tanzbar und clubhitverdächtig!
Die beiden Damen von Marsheaux hatten wir bereits im November vergangenen Jahres erleben dürfen, und da sie uns bereits dort begeistert hatten, freuten wir uns nun darauf, sie wieder zu sehen. Wir wurden denn auch keineswegs enttäuscht: die beiden sind in der Zwischenzeit fast noch hübscher geworden, und ihre Musik macht nach wie vor einfach nur Spaß. Unterstützung erfuhren sie, wie gehabt, durch zwei Herren im Hintergrund, die die Synths bedienten. „Love Under Pressure“, „Dream Of A Disco“ oder „Hanging On“ waren einige der insgesamt zehn gespielten Songs.
Wie bereits Marsheaux, so spielten auch OneTwo im Kohlrabizirkus. Nicht nur die beiden OneTwo-ler Claudia Brücken und Paul Humphreys betraten nun die Bühne, sondern mit ihnen noch zwei weitere Musiker, die das Duo mit Keyboards und Gitarre unterstützen. Zusammen spielte man gefälligen Elektropop, der nur bedingt an die Wurzeln OneTwos erinnerte – sowohl Claudia, als auch Paul kennt der ein oder andere bereits aus den 80ern durch ihre Projekte Propaganda bzw. Orchestral Manoeuvres in the Dark.
Als zu Beginn des vierten Songs plötzlich die Technik nicht mehr wollte und einer der Synthesizer erst einmal den Dienst quittierte, reagierte Claudia geistesgegenwärtig und improvisierte eine A Capella-Version von „Clound 9″ – durchaus gelungen!
Nach einer Dreiviertelstunde und insgesamt zehn Songs war es dann schließlich an der Zeit, die Bühne für die nun folgenden Welle: Erdball zu räumen.
Der Auftritt von Welle: Erdball war definitiv einer derjenigen Momente des WGT, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Längst ist die charismatische Gruppe mit ihrem Commodore 64 zum Kult avanciert und ist bekannt für ihre kreativen Shows.
So wurden wir auch diesmal nicht enttäuscht: zu Beginn des Auftrittes wähnten wir die Damen und Herren bereits vor uns auf der Bühne – ehe wir feststellten, dass es sich lediglich um Doppelgänger handelte. Die „Echten“ – Honey, A.L.F., Frl. Venus und Plastique – wurden denn zu den Klängen des Kraftwerk-Covers „Robots“ auf die Bühne getragen, wo sie sich wie Roboter bewegten.
Weiter ging es mit so großartigen Hits wie „Wir wollen keine Menschen sein“, „Schweben, Fliegen, Fallen“, „Hoch die Fahnen“ oder „Monoton und Minimal“. Die Fans ließen sich ihre Begeisterung deutlich anmerken und jubelten den vier Musikern nach jedem der Klassiker zu, die auch diesmal wieder – typisch für Welle: Erdball – von einer richtiggehenden Entertainment-Show mit vielen Requisiten wie beispielsweise einer Fahne (bei „Hoch die Fahnen“) oder einem Ölfass optisch untermalt begleitet wurden.
They are not human - aber sie sind dafür bekannt, in Star Trek-Kostümen auf der Bühne zu tanzen: 😉 S.P.O.C.K. existieren nun seit nicht weniger als zwanzig Jahren. Der etwas befremdlich anmutende Bandname steht für Star Pilot on Channel K, ehemals Space Pioneers Orbiting Ceti K, und lässt schon erahnen, um welches Thema die meisten Songs kreisen: Science-Fiction, insbesondere Star Trek.
Da verwundern auch die silberfarbenen Anzüge nicht, in denen die Schweden die Bühne betraten, um fortan zur Musik auf ihr herumzuspringen.
Bei den elektronischen, direkt in die Beine gehenden Melodien blieb kaum jemand im Publikum ruhig stehe, sodass annähernd der gesamte Kohlrabizirkus im Takt mittanzte. Klassiker wie „Never Trust A Klingon“ oder „Astro Girl“ ließen bei so manchem Fan Erinnerungen an die gute alte Zeit aufsteigen. 😉
Den Abschluss des heutigen Abends bildete die Show der Synth-Popper von Mesh, der ebenfalls im Kohlrabizirkus stattfand. Mit insgesamt dreizehn Stücken, darunter etwa „Petrified“ oder „My Hands Are Tied“, beglückte man das Publikum zu später Stunde.

Festivalfotos

 

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