Bericht: Diana Dittrich  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Konzertberichte  |  

17. Mai 2010 – Unheilig geht in Köln mit der Großen Freiheit in die zweite Runde.
Kaum in Köln angekommen, mussten wir feststellen, dass das zweite Große Freiheit Konzert von Unheilig ähnlich gut besucht schien, wie das erste einen Monat zuvor. Freie Parkplätze waren eine halbe Stunde vor Konzertbeginn mehr als rar gesät und die Schlange vor dem Eingang unendlich lang. Nachdem der Parkplatz dann endlich gefunden war und wir in der Halle ankamen, war diese bereits ziemlich gut gefüllt. Was sofort auffiel war, dass weniger schwarz gewandete Menschen anwesend waren, als noch zu den Zeiten, als Unheiligs Lieder noch nicht im Radio gespielt wurden. Auch waren mehr ältere Menschen anwesend, als man es sonst von den Konzerten her kennt.

Mehr als pünktlich ging es um 19:30 Uhr mit Down Below los, jene Band, die bereits 2008 mit Unheilig auf deren Puppenspieler-Tour gespeilt haben. Mit ihrer eher rockigen Musik und den depressiven Texten versuchten sie das Publikum auf den bevorstehenden Abend einzustimmen. Nach etwa einer halben Stunde stimmte Down Below schließlich ihr letztes Lied an – „Sand in meiner Hand“, jenes Lied, mit dem sie 2008 beim Bundesvision Song Contest den dritten Platz belegten.

Nach einer relativ kurzen Umbauphase betraten Zeromancer die Bühne. Die Schweden rockten auf der Bühne sofort voll los, was dem Publikum deutlich besser zu gefallen schien, wie zuvor noch bei Down Below. Haben bei Down Below nur einige wenige mitgesungen und sich zur Musik ein wenig bewegt, so riss die Musik der Schweden das Publikum nun deutlich mehr mit. ….

Nachdem Zeromancer die Bühne verlassen hatten, wurde diese erst mal völlig umgebaut. Das Banner von Zeromancer wurde abgenommen und etwa fünf Meter hinter diesem prangte nun eine große Leinwand, auf der, während des gesamten Konzertes, Bilder aus den aktuellen Videoklips, sowie die Liveübertragung des Konzertes zu sehen waren. Ab und an, gerade bei älteren Liedern, wurde dort auch mal gerne einfach nur der Songtext des jeweiligen Liedes angezeigt, so dass das Publikum zumindest den Refrain mitsingen konnte, sollte jemand den Text nicht kennen. Ebenso wurde ein riesiger Schiffsbug im hinteren Teil der Bühne sichtbar, ähnlich jenem, das das Cover des Albums schmückt. Und natürlich durften auch die für Unheilig so typischen Kerzenständer mitsamt der dicken weißen Kerzen nicht fehlen.

Als das Bühnenbild dann stand, erklang durch die Lautsprecher die Ansage „Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein, an Bord der Großen Freiheit“. Wenige Minuten später ertönte eine laute Schiffshupe, mit der „das Meer“ eingeleitet wurde. Es folgten einige Songs des neuen Albums, bis mit „Feuerengel“ das erste ältere Lied folgte. Auch wenn viele der jahrelangen Fans von Unheilig seinen Charterfolg eher kritisch gegenüberstehen, so muss man doch sagen, dass er, vielleicht auch durch seine jahrelange Konzerterfahrung, gelassener auf der Bühne stand, wie noch ein paar Jahre zuvor, auch wenn er, bevor er den Song „Lampenfieber“ einleitete, sagte, dass er auch heute noch, nach all den Jahren, Lampenfieber hätte, bevor er die Bühne betritt. Nichts desto trotz gab er von Anfang mindestens 100 Prozent, wenn nicht noch ein bisschen mehr.

In seiner Playlist durfte natürlich auch eines seiner emotionalsten Stücke, „an deiner Seite“, nicht fehlen. Dabei muss ich sagen, dass dieses Lied nichts an seinem Gänsehautfeeling verloren hat, seit dem ich es das erste Mal auf einem Konzert von Unheilig gehört habe. Und auch dem Grafen scheint dieses Lied noch genauso nahe zu gehen, wie vor einigen Jahren. Denn am Ende dieses doch sehr emotionalen Liedes kniete der Graf wieder auf der Erde, den Tränen nahe. Dieses ging auch einigen der anwesenden Fans so sehr nahe, dass bei einigen auch die Tränen auf den Wangen glitzerten.

Viel zu schnell verließ der Graf dann die Bühne, ohne seinen neusten Hit „Geboren um zu leben“ gespielt zu haben. Viele der Fans waren ein wenig enttäuscht und forderten eine Zugabe. Was sich der Graf nicht zweimal sagen ließ und so folgte endlich, und nach langem Warten, dieser schöne Song. Kaum einer der Fans ließ es sich nehmen, diesen Song mitzusingen. Irgendwann gegen halb zwölf verklangen im Kölner Paladium dann die Klänge von „mein Stern“ und die Fans wurden in die laue Frühlingsnacht gelassen. Was bleibt sind die schönen Erinnerungen an ein doch unvergessliches Konzert.

 

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