Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

Am 1. November 2007 machte die Orkus International Festival Tour 2007 Station in der Kulturfabrik Krefeld. Uns erwarteten die legendären London After Midnight als Headliner sowie Dope Stars Inc. und Kirlian Camera. Auf Lola Angst musste hier in Krefeld leider verzichtet werden.

Dope Stars Inc.

Den Anfang machten Dope Stars Inc.: begleitet von den Klängen des Star Wars-Themes erschienen die vier Musiker aus Rom auf der Bühne. Moment, vier Musiker?! – Wie die Band vor kurzem auf ihrer Website mitteilte, hatte sich Gitarrist Alex Vega Ende Oktober dazu entschlossen, Dope Stars Inc. aus persönlichen Gründen zu verlassen. Somit verbleibt nun neben dem Sänger Victor Love folgende Besetzung: La Nuit an der Gitarre, Darin Yevonde als Bassist sowie Noras Blake am Live-Keyboard.

Mit ihrem eingängigen Sound, den sie selbst – durchaus passend – als „Industrial Rock‘n'Roll“ bezeichnen, rockten Dope Stars Inc. ungefähr eine Stunde lang und spielten dabei Songs quer durch alle Alben und, zum Abschluss, ein Cover des Motörhead-Klassikers „Ace of Spades“.

Kirlian Camera

Anschließend kamen wir in den Genuss, einen der raren Live-Auftritte von Kirlian Camera miterleben zu dürfen.

Die italienische Gruppe um Angelo Bergamini, die in ihrer mittlerweile 27-jährigen Bandgeschichte nicht weniger als 34 Platten aufgenommen hat, lieferte eine eindrucksvolle Show:
düstere klassische Musik erklingt aus den Boxen, die Bühne ist in spärliches blaues Licht getaucht und reichlich nebelverhangen.
Vier mit Sturmhauben maskierte Gestalten betreten die Bühne, in den Händen Stablampen, bleiben regungslos stehen – nur der Lichtstrahl der Lampen wandert suchend über das Publikum-

Nach dieser Eröffnungsszene, die sicher manchem der Anwesenden einen Schauer über den Rücken jagte, gingen die Lichter wieder an und Kirlian Camera legten mit dem ersten Stück los. Auffallend war, dass man sich während des gesamten Auftrittes so gut wie gar nicht von der jeweiligen Position wegbewegte: während Sängerin Elena Fossi mittig im Vordergrund stand, befand sich Angelo Bergamini auf der rechten Seite der Bühne, die Geigerin Sarah Crespi , die seit einem Jahr mit dem Duo zusammenarbeitet, auf der linken sowie Keyboarder Andrea Savelli im Hintergrund in der Mitte.

Nichtsdestotrotz gestaltete sich der Auftritt nicht nur musikalisch, sondern auch optisch sehr ansprechend – was nicht zuletzt auch an der aufreizenden Show einer ohnehin schon leicht bekleideten Frau Fossi gelegen haben mag. Neben diversen von Elena gesungenen Stücken, unter anderem vom zuletzt erschienenen Album „Coroner’s Sun“ sowie einem Cover von „Comfortably Numb“, bot Sarah Cressi zwischendurch ein klassisches Geigensolo und Angelo Bergamini rezitierte in beeindruckender Atmosphäre einen deutschsprachigen Text.

London After Midnight

Auf diesen eindeutig gelungenen Auftritt Kirlian Cameras folgte eine etwas längere Umbauphase, bis der London After Midnight-Mastermind Sean Brennan und die Seinen endlich die Bühne betraten und vom Publikum denn auch gleich frenetisch begrüßt wurden.

Von null auf hundert legte man mit „Feeling Fascist?“ vom brandneu erschienenen Album „Violent Acts of Beauty“ los – und die Stimmung war gigantisch. Ohne sich oder den Fans eine Ruhepause zu gönnen, ging es weiter mit mehreren neuen Stücken sowie einigen Klassikern wie etwa „Your best Nightmare“.
Deutlich wurde die amerika-kritische Haltung Brennans, die vor allem auf dem aktuellen Album thematisiert wird („America’s a fucking Disease“) und die beim Publikum auf große Zustimmung stieß.

Der Abend endete schließlich nach diversen Zugaben von London After Midnight, und während sich die einen schon auf den Heimweg machten, harrte ein großer Teil der Anwesenden noch aus, um ein Autogramm der Künstler zu ergattern, ein kurzes Pläuschchen zu halten und sich fotografieren zu lassen.

Konzertfotos

 

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