Bericht: Diana Dittrich  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2007 war es eigentlich allen klar: Das neuWerk muss es auch im Jahr 2008 wieder geben“ Und so kam es, dass das Düsseldorfer Stahlwerk am 27. Dezember, etwas verspätet, seine Tore öffnete. Muss wohl an dem vorangegangenen weihnachtlichen Stress gelegen haben! Und allein das Line-Up (Destroid, Kloq, Soman, Rotersand, Diary of Dreams und Nitzer Ebb) versprach schon im Voraus einen spannenden Abend, an dem man den an Weihnachten angegessenen Speck einfach wegtanzen konnte und einmal so richtig entspannen konnte, fernab von Verwandten, Essen und Geschenken.

Destroid

Gegen 19 Uhr legte Daniel Meyer, der in der Szene kein Unbekannter ist, mit Destroid so richtig los. Bekannt ist der Musiker, der bei Destroid für die Vocals, die Produktion und Programming zuständig ist, vor allem durch Bands wie Covenant, und Haujobb. Bei Destroid bekommt Daniel Meyer tatkräftige Unterstützung durch Sebastian Uhlmann (Live-Keyboard, Produktion, Programming).
Von der schlechten Akustik, die sich leider erst bei den letzten Liedern änderte, ließen sie sich erst gar nicht stören und zogen ihr Programm zügig durch (was vielleicht auch an der wenigen, ihnen zur Verfügung stehen Zeit gelegen haben mag). Ihren Fans war dies allerdings egal und so herrschte im Saal doch eine recht ausgelassene Stimmung. Und auch die Auswahl an Songs war gut, so hatten sie neben „Bird of Prey“ und „Friend or Foe“ auch „Soli Asylum“ und „Bonewhite Light“ im Gepäck.
Setlist Destroid:

  • Soli Asylum
  • Bird of Prey
  • Into the Deepest Dark
  • Broken and Abused
  • Bonewhite Light
  • Friend or Foe
  • Let me Leave (Silent)

Kloq

Dank der etwa 10-minütigen Umbauphase reihte sich Kloq nahtlos an Destroid an. Doch waren einige Fans sicherlich ein wenig enttäuscht, als sie feststellen mussten, dass nicht etwa Douglas McCarthy, der Frontmann von Nitzer Ebb, seinen Teil bei dem gemeinsam aufgenommenen Song „We Are Just Physical“ übernahm, sondern es Kloq-Sänger Greg Cumbers sang. Dabei muss man jedoch fairer Weise sagen, dass dieser dabei eine gute Figur machte.
Neben „We Are Just Physical“ waren unter anderem auch Songs wie „You never Know“ und „Ibiza“ mit von der Partie. Das Publikum war von dieser, durchaus tanzbaren, Musik begeistert und so tat das „Nicht-singen“ des Nitzer Ebb Frontmannes der Stimmung im Saal keinen Abbruch. Alles in Allem ein sehr gelungener Auftritt!
Setlist Kloq:

  • Ibiza
  • We Are Just Physical
  • You Never Know
  • Connecting
  • Move Forward
  • I Never Said
  • Push it

Soman

Kolja Trelle, alias Soman, ist extra aus Dresden angereist, um hier, auf dem neuWerk-Festival in Düsseldorf, für seine Fans zu spielen. Soman, getreu nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ baute vor seiner Show sein Equipment selber auf. Ist vielleicht auch besser so, weiß man doch am Ende, dass man es selber schlid ist, wenn die Technik nicht funktioniert und muss nicht erst den Schlidigen ausfindig machen. Aber von Problemen bei der Technik war bei seinem Auftritt keine Spur.
Dieses Mal begleiteten ihn zwei Tänzerinnen, die bei dem zweiten Song auf die Bühne kamen und sie erst mit ihm, nach dem letzten Song, verließen. Diese Beiden werteten seinen Auftritt zumindest optisch ziemlich auf, so stand Soman selbst die ganze Zeit hinter seinem Laptop, was eher an eine DJ-Show erinnerte, als an ein Konzert, aber die Musik war gut und so tanzte das Publikum. Ihm selbst schien sein Auftritt aber wohl auch zu gefallen, denn er hüpfte ständig hinter seinem Plit auf und ab. Nach einer halben Stunde etwa hieß es aber auch für Soman Abschied zu nehmen von seinen Fans, denn schließlich warteten im Backstage-Bereich noch drei weitere Acts, die nur darauf warteten, für ihre Fans spielen zu dürfen.
Setlist Soman:

  • Pan Tau II
  • Pusher
  • Twister
  • Divine
  • Mask
  • Absolution
  • Noise Anthem
  • SDAI

Rotersand

Rotersand hingegen musste gar nicht so weit anreisen, war das Festival doch fast ein Heimspiel der drei, aus Gelsenkirchen stammenden, Musiker. Fast schon ein wenig nervös präsentierten sie dich zu Anfang, was sich jedoch recht schnell wieder legte und bald waren sie wieder die Alten, ohne Aufregung im Blut. Durch ihre straffen und harten Sounds schienen sie das Publikum so richtig zu überzeugen, denn schon nach kurzer Zeit schien die gesamte Halle zu tanzen. Dass der charismatische Sänger Rasc während des dritten Stückes die Bühne verließ, um einen „Dance-Check“ durchzuführen, stachelte das Publikum nur noch mehr an und stand vorher noch einer still in der Halle, so wurde er spätestens jetzt so richtig animiert das Tanzbein zu schwingen. Die Show verflog wie im Flug und nach etwa 40 Minuten hieß es dann leider schon Abschied nehmen, doch kam es einem fast so vor, als hätten Rotersand erst vor wenigen Minuten die Bühne betreten. Da kann man nur sagen, dass der Auftritt ganz und gar gelungen ist. Rotersands letztes Stück war der Song „Undone“, aber nach dem, was sie geleistet haben, kann man nicht unbedingt behaupten, dass es „undone“ war, es war wohl eher ein „well done“.
Setlist Rotersand

  • Almost Violent
  • I Cry
  • Dare to Live
  • Lost
  • Rushing
  • Exterminate Annihilate Destroy
  • Undone

Diary of Dreams

Seit 1989 machen Diary of Dreams nun Musik. Seitdem haben sie unzählige Platten und EP’s rausgebracht, die in der Musikszene ihres gleichen suchen. Von nah und fern sind an diesem Abend die Fans angereist, um mit ihren Idolen das Weihnachtsfest zu beschließen. Und man muss zugeben, dass ihnen eine Menge geboten wurde. Adrian, der sich bei diesem Auftritt fast noch besser anhörte, wie bei der vergangenen Tour, spielte sogar während der Songs „Chemicals“ und „The Plague“ die zweite Gitarre. Aber auch sonst wurde den Fans einiges geboten. Torben, der zunächst das Keyboard bediente, unterstützte gegen Ende Adrian beim Gesang. Die Playliste, die bei Diary of Dreams bei solchen Auftritten normalerweise immer mit dem Nekrolog-Intro begann, war diesmal eine Andere. So hatten sie eine bunte Mischung im Gepäck. Ist vielleicht auch mal ganz schön, etwas anderes zu hören, als die mittlerweile schon etwas ausgelutschte Playliste mit diesem Intro. Doch an dieser Stelle muss ich sagen, dass Diary of Dreams live mehr als sehenswert sind.
Playlist Diary of Dreams:

  • MenschFeind
  • Chemicals
  • The Plague
  • Amok
  • Traumtänzer
  • Butterfly:Dance
  • Solistripper
  • Panik?
  • The Cure
  • Kindrom

Nitzer Ebb

Headliner dieses Abends waren Nitzer Ebb, eine aus Großbritannien stammende Band, deren Musik mal als Mischung von Minimal Elektro und EBM sehen kann. Leider sind wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist und so mussten wir den Saal verlassen, bevor Nitzer Ebb anfangen konnten. Trotz allem war das neuWerk Festival ein rundum gelungenes Event.

Festivalfotos

 

ähnliche Artikel