Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Konzertberichte  |  

Obwohl für acht Uhr angekündigt, ließ Herr Corner seine Fans zunächst einmal ordentlich warten:
erst gegen halb zehn betraten er und seine Live-Band schließlich die Bühne im Kölner Underground.

Mittlerweile war die ohnehin nicht allzu große Location brechend gefüllt.

Die Enge und der verzögerte Beginn des Auftritts taten der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Von den ersten Klängen des Openers „The Alternative“ an ging das Publikum mit und quittierte jeden Song mit begeistertem Applaus.

Nicht nur mit ihrem Sound wussten IAMX eindeutig zu überzeugen, auch mit der optischen Performance hatte man sich offensichtlich Mühe gegeben. Chris Corner unterstrich sein androgynes Äußeres durch eine eng geschneiderte Uniform mitsamt passendem Hut sowie auffällig geschminktem Gesicht. Auch Janine Gebauer am Keyboard mit ihren überaus langen aufgeklebten Wimpern und Tom Marsh am Schlagzeug mit an Kriegsbemalung erinnernden Streifen im Gesicht boten einen interessanten Anblick. Bassist Dean Rosenzweig entblößte im Verlauf der Show seinen durchaus ansehendlichen Oberkörper.

Immer wieder aufgegriffen wurde die Farbe Gelb, die für IAMX charakteristisch ist: so trug Janine nicht nur ein gelbes Top nebst einer gelb-schwarz gestreiften Krawatte, auch das Schlagzeug war mit einem gelben Teppich unterlegt – auf der Website und den Tourplakaten fällt dem Betrachter das Gelb in Kombination mit Schwarz ebenfalls gleich ins Auge.

Auf den Bühnenhintergrund wurden während der Show Filmfragmente wie zum Beispiel überdimensionale Aufnahmen eines Augenaufschlages oder flimmernde Flächen projiziert, was die Atmosphäre zusätzlich prägte und den Auftritt in ein multimediales Erlebnis verwandelte.

Die Leidenschaft, mit der IAMX ihre Musik intonierten, übertrug sich durch die vor Energie nahezu knisternde Luft auf das Publikum und ließ zahllose Hände über den Köpfen mitklatschen, zahllose Körper sich im Rhythmus bewegen. Song um Song reihte sich wie eine Perlenkette aneinander und riss die Fans in einem Strudel aus Emotionen mit sich mit.

So verwundert es nicht, dass der Applaus und die Zugabe-Rufe gar nicht mehr abebben wollten, als Chris Corner und die Seinen nach einer guten Stunde schließlich ein „Thank you, it’s so great to be in Germany again!“ in den Raum warfen und die Bühne verließen – und dass der Jubel zu einem Crescendo anschwoll, als sie sie wieder betraten.

Nach einer weiteren Zugabe verabschiedeten IAMX sich dann leider doch endgültig – und hinterließen nebst dem ein oder anderen eingängigen Ohrwurm die Erinnerung an ein intensives, gelungenes Konzert.

Konzertfotos

 

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