Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Konzertberichte  |  

Nachdem man mit zwanzig Auftritten im In- und Ausland bereits ungefähr die Hälfte der Live N43-Tournee bestritten hatte, gaben Diary Of Dreams am 10. Februar in der Essener Weststadthalle schließlich das Finale des Deutschlandparts zum Besten.

In zwölf deutschen Städten war man bisher auf der Bühne gestanden; von nun an wird es bis März hauptsächlich quer durch Russland gehen.

Zwei Wochen zuvor durften wir die Herren der Vorband Noyce TM sowie Adrian Hates und die Seinen bereits in Köln live erleben (wir berichteten), sodass uns nun ein Vergleich der beiden Gigs möglich war.

Keine Frage: beide Bands haben sich noch einmal in ihrer Performance gesteigert, haben noch mehr Herzblut in ihren Auftritt mit hineinfließen lassen, als dies bereits in Köln der Fall war! In jeder Hinsicht ein gelungener, krönender Abschluss, der den Fans unvergesslich bleiben wird.

Doch der Reihe nach:

Pünktlich um 20 Uhr betraten Florian Schäfer, Oliver Goetz und Thomas Krupatz, besser bekannt als Noyce TM, die etwas beengt wirkende Bühne.
Die Halle war zu diesem Zeitpunkt schon relativ gut gefüllt, sodass die drei sich einem gut gelaunten Publikum gegenübersahen. Im Gegensatz zu Köln traten hier diesmal keinerlei Probleme mit der Technik auf, was allein schon dafür sorgte, dass Noyce TM eindeutig Spaß an ihrem Auftritt hatten. Mit großer Souveranität präsentierten sie zehn Stücke, unter anderem „Tagwerk“ und „Karmacoma“, deren Darbietung für eine gute Dreiviertelstunde des Aufwärmens sorgte.

Mittlerweile drängten sich noch einmal deutlich mehr Fans in der an sich relativ geräumigen Halle.

Ebenso, wie wir es bereits zwei Wochen zuvor in Köln hatten erleben dürfen, sorgte man auf der Bühne für ein nebelverhangenes bläulich-grünes Licht, ehe sich Sänger Adrian Hates, Gitarrist Gaun:A, Schlagzeuger D.N.S. sowie Taste an den Keyboards die Ehre gaben. Auch der Manager und Freund der Band Albert Diehl war hier kurz auf der Bühne mit von der Partie.

Wie gehabt gewandet in dunkle Kapuzenmäntel, rezitierte man den ersten, gleichnamigen Song des Nekrolog 43-Albums und beschwor so eine mystisch-geheimnisvolle Atmosphäre herauf.

Alsbald entledigte man sich der Mäntel und präsentierte einmal mehr eine eindrucksvolle Bandbreite an Songs, von denen etwa ein Drittel dem neuen Album entnommen war.

Dies verwundert nicht, dient die Tour doch in erster Linie der Promotion desselben. Aus dem mittlerweile nicht weniger als 170 Stücke umfassenden Repertoire diejenigen auszuwählen, die darüber hinaus gespielt werden sollten, fiel dem Quartett alles andere als leicht, wie Mastermind Adrian kürzlich in einem Interview zugab. Dass die Auswahl, die man schließlich traf, eindeutig hochkarätig ausgefallen ist, zeigen die begeisterten Reaktionen der Fans während der Auftritte mehr als deutlich:
tanzbare Titel wie „She“ oder „Soul Stripper“, „Chemicals“ oder das zum Weinen schöne „Traumtänzer“ vermischten sich mit den Stücken von „Nekrolog 43″ zu einem wahren Feuerwerk an Emotionen: „The Plague“ (das bereits vorab als Single veröffentlicht worden war), „Son Of A Thief“, „Hypo)crypticK(al“, …

Im Anschluss an das normale Set boten Diary Of Dreams ihren Fans auch hier, genau wie in Köln, ein Akustikset.

Die gänsehauterregend intensive Atmosphäre wurde hier noch verstärkt, indem an der Rückwand der Bühne unzählige kleine Lämpchen erstrahlten und obendrein viele der Fans Wunderkerzen entzündeten und zu den Klängen von „The Curse“, „Giftraum“ und „O Brother Sleep“ erhoben hielten, bewegt und teils mit Tränen in den Augen ob der Schönheit dieser Musik.

Ein Auftritt von Diary Of Dreams bedeutet nicht einfach, dem Quartett beim Spielen der Musik zusehen zu können. Es bedeutet, einem Erlebnis beiwohnen zu dürfen, dessen Intensität weit über das hinausgeht, was man bei den meisten Konzerten spüren kann.

Als die Fans schließlich in die klirrend kalte Winternacht hinausströmten, nicht wenige mit Tüten voller Merchandise-Artikel unter dem Arm, schwang ohne Zweifel ein wenig Wehmut über die nun zu Ende gegangene Deutschlandauftritte in der allgemein begeisterten Stimmung mit.

Konzertfotos

 

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