Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Specials  |  

Den ersten Teil unseres Diary Of Dreams-Specials findet ihr hier.

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Inzwischen beschloss Adrian, sein eigenes Label ins Leben zu rufen und taufte es auf den Namen Accession Records. Von nun an sollten sämtliche folgenden Alben unter diesem Label erscheinen, als erstes das 1996 erschienene „End of Flowers“. Hier merkt man einen deutlichen Fortschritt in der technischen Realisierung der Musik, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Diary Of Dreams mittlerweile über einen leistungsstärkeren Synthesizer verfügten.

Ein Jahr ging ins Land und brachte zahlreiche Veröffentlichungen auf verschiedenen Samplern mit sich. Der Kreis jener, die das Traumtagebuch als ein herausragendes Projekt erkannten und schätzten, wuchs weiter an.
Das Motiv des Traums und die bereits angesprochene Suche nach einem Ort der Geborgenheit bildet die zentrale Thematik des 1997 erschienen Longplayers „Bird without Wings“: Traumlegenden, textlich und musikalisch verarbeitet in Songs wie „Dissolution“, „A sinner’s instincts“ oder „Legends“.

1998 holten sich Adrian und Alistair erstmals wieder Verstärkung ins Boot: das Album Psychoma? nahm man zusammen mit Olaf Schäning aka [Os]mium an den Keyboards auf, dem das Werk auch viele Impulse zu verdanken hat. Eine Prise elektronischer als seine Vorgänger fällt „Psychorama?“ aus, aber nichtsdestotrotz nicht minder atmosphärisch und in sich stimmig.
Aus der Welt der Träume wendete man sich inhaltlich auf dieser Scheibe nun der Wirklichkeit zu, die alles andere als harmonisch ist: Isolation, Einsamkeit und zwischenmenschliche Gefühlskälte werden hier thematisiert.

Unbändbare Kraft verborgen in unheilbarer Sucht
nach mehr Gefühl, nach viel mehr Gefühl…

[ Diary Of Dreams – End (Giftet)? ]

Mittlerweile hatten Diary Of Dreams in Europa dermaßen große Erfolge feiern können, dass sie nun auch den Sprung über den großen Ozean, nach Amerika, wagten. Das Album „Moments Of Bloom“ wurde bis zum Rand vollgepackt mit überarbeiteten Versionen oder Remixes älterer Stücke, enthielt noch dazu vier neue Songs und darf somit in der Sammlung keines Fans fehlen.
Noch im selben Jahr erschien „Cholymelan“ als Re-Release mit vier zusätzlichen Tracks.

Ein Jahr später, wir haben mittlerweile die Jahrtausendwende hinter uns gelassen, stieg Christian Berghoff als Live-Gitarrist aus und engagierte sich fortan stattdessen für das Adrian-eigene Label Accesion Records. Als neues Mitglied stieß nun Torben Wendt – seines Zeichens bereits bekannt von seiner Formation Diorama – zur Diary Of Dreams-Familie hinzu. Sowohl live, als auch im Studio unterstütze er fortan Adrian, Alistair und [Os]mium mit Gesang und Keyboard.

Auf dem nächsten Album, „One Of 18 Angels“, entführen Diary Of Dreams ihre Hörer einmal mehr in die Welt der Mythen: dem Film „Dark City“ nach ist es der achtzehnte Engel, der bei seiner Rückkehr das Schlechte auf die Erde bringt. Passender Stoff für Herrn Hates, der auf „One Of 18 Angels“ diesem Engel eine menschliche Identität verlieh und somit deutlich machte, dass das Schlechte in uns allen steckt.
Mit dieser Scheibe schafften es Diary Of Dreams erstmalig in die DAC, die Deutschen Alternative Charts.

2001 kam es wieder einmal zu Veränderungen im Line-Up: Alistair verließ Diary Of Dreams und fand einen Ersatz in Lil‘K – in der Geschichte der Band übrigens die einzige Dame. Ende des Jahres ging man auf Tournee, noch im selben Jahr veröffentlichte man „O‘ Brother Sleep“, ehe bereits ein Jahr später mit „AmoK“ die nächste Scheibe erschien, dicht gefolgt von „Freak Perfume“. Dieses intensive Schaffen wurde denn auch prompt belohnt, als es „Freak Perfume“ neben den DAC auch in die Media Control Charts schaffte.
Wie es der Titel bereits vermuten lässt, thematisiert Adrian auf diesem Album einen Freak: einen ungewöhnlichen Menschen, der trotz seines Alters nicht erwachsen geworden ist, der in seiner emotionalen Entwicklung in der Kindheit stehen geblieben ist.

Auch auf dem darauf folgenden Album, „Panik Manifesto“, trifft man diesen Freak wieder. Ungleich dunkler und schwerer fällt dieses Werk im Vergleich zu seinem Bruder „Freak Perfume“ aus – eine Reise in die Abgründe einer Seele.

Ende 2002 folgte die nächste Tournee des Traumtagebuchs, die diesmal von niemand Geringerm als der Band Diorama supported wurde (wir erinnern uns, Torben Wendt ist Dioramas Mastermind). Es ging nicht nur quer durch Deutschland, sondern auch hinein nach Italien und Russland. Und wieder einmal war es an der Zeit für einen erneuten Wechsel in der Besetzung: Gaun:A stießals Gitarrist hinzu sowie Ray:X am Schlagzeug. 2003 verließ auch [Os]mium die Band wieder und machte Platz für den Keyboarder Kean Sanders.

Gegen Ende des Jahres auf Reise zu gehen, schien mittlerweile Tradition geworden zu sein in der Diary Of Dreams-Familie – auch Ende 2003 ging man wieder auf Tour, diesmal gemeinsam mit Lights Of Euphoria, Psyche und Spektralized.

Unterdessen blickten Adrian und die Seinen in Richtung des schwarzen Kontinents und entschlossen sich, ein eigens für Afrika gedachtes Album zu konzipieren. „Dream Collector“ enthält Remixes bisher erschienener Songs sowie Stücke, die man bis dato nur auf Samplern veröffentlicht hatte. In Europa war dieses Album streng limitiert, was seinen Wert für Fans natürlich in die Höhe trieb.

Nach intensivem Arbeiten im Studio ließen Diary Of Dreams dann im August wieder etwas von sich hören: die Vorabsingle „Giftraum“ versetzte die Hörerschaft gleichermaßen in Begeisterung wie sie die Spannung auf das neue Album ansteigen ließ. Als „Nigredo“ dann schließlich zwei Monate später erschien, zeigte sich deutlich, dass sich das Warten gelohnt hatte. Einmal mehr hatte man ein beeindruckend kraftvolles Werk geschaffen.
Mit der EP „Menschfeind“ endete die Nigredo-Trologie.

Im selben Jahr noch veröffentlichten Diary Of Dreams ihre erste Live-CD „Alive“,im Jahr darauf erschien die dazugehörige Live-DVD „Nine in Numbers“ und somit trug die Band der besonderen Stimmung bei Ihren Liveauftritten Rechnung ,auch wenn deren Atmosphäre nicht 100 Prozentig konserviert und Transportiert werden kann.

Ende 2007 erschien dann das nächste Studioalbum der Band, was den Handlungsstrang da fortsetzt, wo Menschfeind aufgehört hat. Das Album trägt den Titel „Nekrolog 43″ und ist ein einziges Wechselbad der Gefühle. „Nekrolog 43″ wurde ausgibig betourt. Einen Eindruck von der Tour könnt ihr euch in unseren Berichten von den Konzerten in Köln und Essen machen.

Kurz-Biografie:

  • 1989: Bandgründung
  • 1990: Erste Demos
  • 1994: „Cholymelan“ (LP)
  • 1996: „End Of Flowers“ (LP)
  • 1997: „Bird Without Wings“ (LP)
  • 1998: „Psychorama?“ (LP)
  • 1999: „Moments of Bloom“ Best Of (LP)
  • 1999: „Cholymelan“ Re-Release inkl. 4 Bonus Tracks (LP)
  • 2000: „One Of 18 Angels“ (LP)
  • 2001: „O Brother Sleep“ (MCD)
  • 2002: „Amok“ (MCD)
  • 2002: „Freak Perfume“ (LP)
  • 2002: „Panik Manifesto“ (EP)
  • 2003: „Dream Collector“ Remix Album für den Afrikanischen Markt in der EU Limitiert (LP)
  • 2004: „Giftraum“ (MCD)
  • 2004: „Nigredo“ (LP)
  • 2005: „Menschfeind“ (EP)
  • 2005: „Alive“ (Live-LP)
  • 2006: „Nine In Numbers“ (Live-DVD)
  • 2007: „Nekrolog 43″ (LP)

 

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