07
Aug
2008
Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

An ungewöhnliche Outfits ist der Kölner, seines Zeichens Karnevalist durch und durch, ja nun wirklich gewöhnt. Aber die unzähligen schwarzen Gestalten, die an diesem Wochenende des 19. und 20. Juli an allen Ecken und Enden der Stadt auftauchten und gen Tanzbrunnen strömten, sorgten dann doch für den ein oder anderen erstaunt-neugierigen Blick.

Längst hat sich das Amphi-Festival, das dieses Jahr zum vierten Mal in Folge stattfand, als ein bedeutendes Festival in der Szene etabliert. Bands und Besucher aus der ganzen Welt fanden sich in Köln ein, um gemeinsam ein schwarzes Wochenende zu verbringen.
Eine Woche vor Beginn waren die Tickets bereits nahezu komplett ausverkauft – anbetrachts des hochkarätigen Line Ups eigentlich kein Wunder.
Seinen Namen verdankt das Festival der Location, an der es 2004 erstmalig seine Pforten öffnete: dem Amphitheater in Gelsenkirchen. Seit 2005 findet das Amphi-Festival nun aber am Kölner Tanzbrunnen statt, direkt gegenüber des Doms am benachbarten Ufer des Rheins gelegen.
Gesponsort wurde das Festival auch in diesem Jahr wieder durch das bekannte Szenemagazin Orkus.
Heuer bot sich den Besuchern neben den beiden regulären Festivaltagen am 19. und 20. Juli zudem als Schmankerl im Vorraus ein Fußballspiel der besonderen Art: Musiker und Fans traten in der Soccer World-Halle in Köln Lövenich im Rahmen des Amphi-Cups gegeneinander an. In zehn Partien spielten Besucher (die sich im Vorraus hatten bewerben können), Sponsoren, Medienpartner und Veranstalter gegeneinander. Stars wie Eskil und Joakim von Covenant, Jens und Gerrit von Funker Vogt sowie Musiker von Zeraphine, Melotron oder Project Pitchfork gaben ihr Bestes und zeigten, was sie so an Ballgefühl hatten.
Dass der ein oder andere Spieler dabei humpelnd das Feld verließ, tat dem Spaß jedoch im Großen und Ganzen keinen Abbruch.
Ein Teil des Erlöses, zwei Euro pro verkauftem Ticket, kommt dem Kinderhospizdienst Köln zu Gute – sportlich!
Ortswechsel: von Köln-Lövenich verlagerte sich der Ort des Geschehens nun nach Deutz an den Tanzbrunnen.
Das dortige Festivalgelände erstreckte sich auf einem großzügig bemessenen Gebiet und wartete mit zwei Bühnen auf – der Mainstage unter freiem Himmel sowie der Bühne im Theatergebäude. So konnte man eine umfangreiche Auswahl an Bands präsentieren, die es dem geneigten Besucher teilweise wirklich nicht einfach machte, sich für eine der beiden Bühnen zu entscheiden. Insbesondere bei den Auftritten im Theater empfahl es sich, rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein, um sich einen guten Platz zu sichern, zumal die Schlange am Eingang jedesmal beträchtliche Ausmaße annahm.
Wen es denn einmal nicht zu einer der beiden Bühnen zog, der konnte eine ausgiebige Shoppingrunde einlegen und die zahlreichen Merchstände mit einem Besuch beehren, oder aber ein besonderes Highlight dieses Festivals unters Auge nehmen: den Beachclub.
3500 Quadratmeter Sandstrand, dazu eine Beachbar und chillige Liegestühle am Ufer des Rheins – wenn das für Grufties mal keine Abwechslung bedeutet. 😉
Hervorzuheben ist auf jeden Fall die gute Organisation des Festivals: zwei Shuttlebusse verkehrten zwischen den Campingplätzen und dem Tanzbrunnen, Fahrrad-Rikschas standen bereit, um die Besucher elegant von A nach B zu befördern. Für richtige (!) Toiletten in genügender Anzahl war ebenso gesorgt wie für eine kostenlose Versorgung mit Trinkwasser.
Zudem bot das Dunkel-Volk-Forum einen besonderen Service an seinem Stand direkt in der Nähe des Eingangsbereiches: Fundsachen wurden hier verwahrt und bei Bedarf konnte man – natürlich kostenlos – Bahnverbindungen und Taxis in Erfahrung bringen. Wer sich an der Umfrage zum Festival beteiligte, dem bot sich die Chance auf einen Gewinn attraktiver Preise, die das Leverkusener Shadow beisteurte.

Besucherbilder

Festivalbericht

 

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