01
Nov
2007
Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

Das dritte Amphi-Festival fand zum zweiten Mal im Tanzbrunnen Köln statt. Das Line-Up bestand aus 31 Bands, welche rund 18.000 Besuchern bei überwiegend wunderschönem Festivalwetter ein gelungenes Wochenende bescherten. Es gab, genau wie im letzten Jahr, zwei Bühnen, die Mainstage und die 2nd Stage, welche im Theater beherbergt war. Die 2nd Stage bot an beiden Tagen ein Programm mit musikalischen Schwerpunkten: am Samstag waren Industrial und Elektro angesagt, mit Bands wie Xotox, P.A.L. oder Feindflug. Am Sonntag gab es ein Gothic-Special, bei dem unter anderem Emilie Autumn, Fetisch: Mensch und Zeromancer das Publikum begeisterten.

Samstag, 21.7.2007

Das Amphi Festival wurde von Obscenity Trial eröffnet, diese waren mir zum ersten Mal auf der letzten Tour von And One aufgefallen und konnten auch dieses Mal trotz einiger technischer Pannen wieder überzeugen. Obwohl der Platz vor der Mainstage nur spärlich gefüllt war, kam beim „Seven Nation Army“-Cover eine gute Stimmung auf.

Die danach angekündigte Band Bloodpit fiel aus und so betraten Diorama die Bühne und heizten mit ihrem gelungenen Mix aus Rock und Elektro dem Publikum ein. Diorama brachten eine Mischung aus alten und neuen Songs, vor allem das neue Stück „Synthesize me“ sorgte für ausgelassene Atmosphäre.

Imatem, die darauf folgen sollten, standen im Stau und deswegen wurde der Auftritt von Eisbrecher vorverlegt, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat – eher im Gegenteil. Die Band spielte Klassiker wie „Antikörper“, „Schwarze Witwe“, „Willkommen im Nichts“ sowie ein Cover des Megaherz-Stückes „Miststück“.

Danach gaben sich Imatem die Ehre: Imatem besteht aus Peter Spilles, dem Frontmann von Project Pitchfork, sowie diversen Gastsängern wie Carsten Klatte (Lacasa del Cid) oder Der Graf von Unheilig. Diese konnten jedoch trotz deren Unterstützung nicht so recht überzeugen.

Besser kamen da Funker Vogt an, die mit ihrem tanzbaren elektronischen Sound die Menge zum Toben brachten. Gespielt wurden Clubhits wie „Tragic Hero“, „Maschine Zwei“ und „Killing Fields“, aber auch Lieder vom neuen Album „Aviator“.

Die nun herrschende Stimmung wurde von Unheilig sogar noch gesteigert, was angesichts der von Fans via Online-Voting zusammengestellten Setlist kein Wunder war. „Maschine“, „Freiheit“ und „Mein Stern“ waren nur einige der Höhepunkte. Und als Unheilig die Bühne verließen, hatte man das Gefühl, dass das Konzert im Endeffekt doch viel zu kurz gewesen war.

Danach wechselten wir zur 2nd Stage und schauten uns dort Winterkälte und Feindflug an. Winterkälte boten ein etwas monoton anmutendes klangliches Konstrukt, was unseren Geschmack nicht ganz traf.

Darauf folgten Feindflug, welche leider relativ selten live zu erleben sind, weswegen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten. Es wurden viele Hits („Machtwechsel“, „Glaubenskrieg“, „Neue Sieger“) gespielt, welche die Menge zum Kochen brachten, und auch der optische Eindruck überzeugte, da zum Beispiel die Feindflug-typische Flak auf der doch relativ kleinen Bühne aufgebaut worden war. Leider wurde bei „Stukas“ der Strom abgestellt und das Festival für heute beendet.

Sonntag, 22.7.2007

Saltatio Mortis betraten gegen kurz vor 2 die Mainstage. Die achtköpfige Truppe bot Mittelalter vom Feinsten, und bis auf einen kleinen Unfall, bei dem Alea der Bescheidene hinfiel, verlief die Show ansonsten reibungslos und wurde mit einer Zugabe beendet.

Heimatærde kamen in Kreuzritterumhängen, Kettenhemden sowie mit Schild und Schwert auf die Bühne. Die Band ist für ihre Mischung aus mittelalterlicher Musik und elektronischen Klängen bekannt. Diese werden durch eine gute Bühnenshow untermauert, welche aus mittelalterlichen Kampfszenen besteht. Beim Publikum fand diese großen Anklang und regte einige zum Tanzen an.

Anschließend schauten wir uns die grandiose Show von Emilie Autumn auf der zweiten Bühne an. Diese war gewohnt farbenprächtig und faszinierte mit ihrer abgedrehten Stimmung. Musikalisch wurden überwiegend Songs vom „Opheliac“-Album gespielt und alles in Allem blieb ein gelungener Gesamteindruck zurück.

Danach standen Mesh auf unserem Terminplan, also zurück zur Mainstage. Es wurden viele Songs vom Album „We collide“ gespielt. Mesh boten eine sehr publikumsnahe Show und animierten die Zuschauer zum Mitsingen und Mitklatschen. Das Ausfallen der elektronischen Parts bei „Crash“ tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Weiter ging es mit Samsas Traum: Herr Kaschte und Co. eröffneten ihren Auftritt eher ruhig mit dem Song „Tineoidea“, um ihr begeistertes Publikum dann mit Hits wie „Für immer“ oder „Endstation.Eden“ mitzureißen. Die abschließende Krönung bildete „Kugel im Gesicht“, was die Fans endgültig zum Toben brachte.

Bei Zeromancer zog es uns wieder zur zweiten Bühne. Die Norweger heizten dem komplett gefüllten Theater mächtig ein, die Stimmung war sowohl bei der Band wie auch beim Publikum gigantisch.
Während ihres 45 Minuten dauernden Auftritts spielte die Band Lieder wie „Doctor Online“, „Chrome“ und „Clone Your Lover“.

Ein besonderes Erlebnis bot der Headliner auf der zweiten Bühne: die Band Dreadful Shadows, die sich im Jahr 2000 aufgelöst hatte, gab noch einmal ein Live-Konzert. Dies bot auch der jüngeren Generation die Möglichkeit, diese Band einmal live zu erleben.
Es handelte sich, wie im Vorfeld ausdrücklich betont, nicht um einen Re-Union-Gig, sondern nur um ein einmaliges Konzert, dem im späteren Verlauf des Jahres eine kleine Deutschlandtour folgen wird.

Fazit: Das Amphi Festival hatte auch dieses Jahr wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm, welches für jeden Musikgeschmack etwas Passendes dabei hatte. Es gab einige kleinere technischen Pannen, welche jedoch zu vernachlässigen sind. Das Wetter war ebenfalls, abgesehen von einigen Regenschauern am Sonntag, fast perfekt. Wir freuen uns auf ein hoffentlich genauso gelungenes Amphi Festival 2008!

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