Ganz im Zeichen feinen Musikgeschmacks stand dieser 18. April im Kölner Luxor, würden doch heute Chapeu Claque als Vorband sowie Northern Lite als Hauptact auftreten.
Der Club war bereits gut gefüllt, als Chapeau Claque die Bühne betraten. Mit mädchenhafter Eleganz bewegte sich Sängerin Maria-Antonia, die auch für die Kompositionen verantwortlich zeichnet, im Takt der Musik und verzauberte die Anwesenden mit ihrer Stimme.
Begleitet wurde sie dabei von Peer Kleinschmidt am Klavier, Jörg Waehner am Schlagzeug, Timo Klöckner (Gitarre, Akkordeon) sowie Bassist Tim Schaefer.
Wer und was Chapeau Claque sind, das beschreiben sie selbst sehr gut in ihrem unverwechselbaren Stil auf ihrer Myspace-Seite:
… für Opa zum Geburtstag mal ein selbstgeschriebenes Lied… oder als Kinder bei der Katzenwäsche vorm Waschbecken Disneylieder trällern… In der Schulband… mit zitternden Knien… von Liebesvampieren singen.
Später: „Zweiekkenkreis“… zwei Mädchen… ein Laptop… eine alte Orgel und ein Wohnzimmer. Eine Art Minikult elektro-minmalistischer Musik. Klopf klopf… es klopft das Erfurter Indie Label 1st decade records an unsere Tür… Ich lasse sie herein… und somit ist Chapeau Claque geboren! Der Chapeau… der Hut… macht Claque… wie die alten Zirkuszylinder… nur das heraus kein Kaninchen… nein, auch keine Tauben… sondern viele bunte Emotionen und Lieder gezaubert werden. Hokuspokus… schwubdiwub… nach einem Jahr ist das Debütalbum „Hand auf’s Herz“ in den Läden und Ohren… und der zweite Streich ist bereits in Arbeit.
Junger, frischer Pop-Rock-Irgendwas, der gleichzeitig einfach nur Laune macht und zum Nachdenken anregt – mehr davon!
Viel zu früh hieß es dann jedoch, die Bühne zu räumen und Platz zu machen für die befreundeten Headliner des Abends, die ebenso wie Chapeau Claque aus Erfurt stammen: Northern Lite.
1997 von Andreas Kubat und Sebastian Bohn (Dj Boon) gegründet, besteht die Band heute aus Andreas Kubat (Gesang), Sebastian Kohn an den Keys, Gitarrist Valerian Herdam sowie Ringo Fire, der ebenfalls eine Gitarre bedient.
Das aktuelle Album „Super Black“ wollte natürlich ausgiebig präsentiert werden, doch man bot auch einige ältere Stücke dar. So wurden neben neuen Stücken wie „Girl With A Gun“ oder „My Other Self“ unter anderem „Go With The Flow“, „Alien Girl“ oder „Reach The Sun“ gespielt.
Sänger Andreas beeindruckte eindeutig durch Coolness, wie er so am Mikro stand, in der einen Hand lässig eine Zigarette haltend, den Rauch genüsslich aus der Nase ausstoßend.
Eine mehrfarbige, elegante LED-Wand auf der Rückseite der Bühne untermalte den Auftritt der vier Herren mit futuristischen Mustern, um die Atmosphäre ihrerseits noch einmal zu unterstreichen.
Feinster Elektropop, der das Publikum eindeutig zu begeistern wusste: selten darf man eine derart gute Stimmung erleben, bei der wirklich niemand mehr stillsteht, sondern der ganze Club abtanzt. Klasse!