Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Festivalberichte  |  

Nach einer recht kurzen Nachtruhe ging es dann am Samstag als Erstes zum AGRA-Café, wo man sich mit den anderen Pressevertretern auf ein Pläuschchen und die erste Tasse Kaffee des Tages traf. Derart für weitere Taten gerüstet, fuhren wir anschließend zum Werk II, wo uns Love’s Labour’s Lost erwarteten. Bis dato war uns diese Formation noch unbekannt, wusste aber mit ihrer Mischung aus Gothrock und Wave eindeutig zu überzeugen. Der Auftritt war also keineswegs verlor’ne Liebesmüh. ;-)
Weiter ging es für uns auf der Parkbühne mit End Of Green. Einen durchaus soliden Auftritt legte die Truppe um Sänger Michelle Darkness hin, der uns aber doch nicht vollends vom Hocker riss – dazu fehlte irgendwie das „gewisse Etwas“. Nichtsdestotrotz zeigten sich viele der Anwesenden begeistert und begleiteten die etwa einstündige Show mit rhythmischem Klatschen und Mitsingen.
Mittlerweile senkte sich eine laue Abendluft auf Leipzig herab und ließ die Temperaturen auch vor der Parkbühne, bei der wir weiterhin blieben, erträglicher werden. Nun hieß es, gespannt auf die aus Essen stammenden Musiker von Jesus On Extasy zu warten. Unser Fotograf hatte sie bereits vor einiger Zeit erleben dürfen und machte mich auf einen vielversprechenden Auftritt neugierig.
Mit ihrer Mixtur aus Rock, Synthie und EBM kamen Jesus On Extasy bei den Zuhörern gut an und warteten mit einer Setlist auf, die sowohl alte Hits wie auch neueres Material enthielt – was uns durchaus erwartungsvoll dem neuen Album entgegenblicken lässt, das wir uns dieser Tage ausgiebig anhören werden.
Hinter dem Namen Bacio Di Tosca verbirgt sich die Mezzosopranistin Dörthe Flemming, die Neoklassik deutscher Dichter wie Heinrich Heine, Mathias Claudius und Karoline von Günderrode düster-romantisch vertont. Stilistisch gesehen stellt Bacio di Tosca eine Rückbesinnung auf die in der Romantik populäre Form des Kunstliedes dar.
Die dichte Atmosphäre des Auftrittes, die schwermütigen und gleichzeitig anmutigen Melodien, vorgetragen in einem angemessenen Rahmen im Kuppelsaal des Völkerschlachtsdenkmals, nahmen uns voll und ganz gefangen… wunder-, wunderschön und eine ebenso ergreifende wie willkommengeheißene Abwechslung zu den anderen Künstlern auf dem WGT.
Einen krassen Stilwechsel bildete der anschließende Auftritt Hocicos, für den wir in die AGRA-Halle fuhren. Aggro-Tech der ausgereifteren Sorte erwartete uns hier – kein Wunder, sind die Mexikaner doch alte Hasen im Geschäft. Auf ihr Heimatland verwiesen die Herren zu Beginn ihrer Show, als drei weitere Gestalten die Bühne betraten, die Masken im Stil der Ureinwohner Mexikos trugen. Durch deren Tanzdarbietung kam auch das Auge während des einstündigen, energiegeladenen Auftritts nicht zu kurz.
Die Schweden von Covenant lieferten eine Show ab, die sich mit einem einzigen Wort beschreiben ließe: geil! – Gut, etwas mehr wollen wir dann doch schreiben. Eskil, Joakim und Daniel sah man ihre blendende Laune an, als sie den Fans mit Stücken wie „20Hz“, „Ritual Noise“, „We Stand Alone“ oder „Dead Star“ einheizten. Da verwundert es nicht, dass kaum jemand dem Zucken in den Beinen widerstehen konnte, sodass die gesamte AGRA-Halle kräftig mitfeierte und jeden einzelnen Song somit gebührend ehrte.
Zurückblickend finden wir, dass sich Covenant dieses Jahr eindeutig den Titel „bester Act des WGT“ verdient haben!

Festivalfotos

 

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